Scheidenpilz - Ursachen des Scheidenpilzes

Gynäkologische Erkrankungen

Mit Abstand am häufigsten für eine Vaginalpilz verantwortlich ist ein Hefepilz – Candida albicans. Er sollte aber nicht verwechselt werden mit nützlichen, kultivierten Hefepilzen wie beispielsweise der Bäckerhefe! In 5 bis 10 % der Fälle sind jedoch andere Erreger wie z. B. Candida glabrata nachweisbar, allerdings lassen die Art der Beschwerden hier keinerlei Rückschlüsse zu. Auch manche Bakterien können Symptome wie brennenden Schmerz auslösen.

Candida albicans ist bei etwa 10 % aller Frauen (bei Schwangeren sind es sogar 30 %) Bestandteil der gesunden, symptomfreien Scheidenflora. Diese besteht aus vielerlei Keimen, die sich gegenseitig in einem fein regulierten Gleichgewicht halten. Insbesondere Milchsäurebakterien, auch Laktobazillen genannt, sorgen über eine Ansäuerung des Scheidenmilieus dafür, dass sich unerwünschte Keime wie z. B. Pilze nicht übermäßig vermehren.

Wird dieses sensible Gleichgewicht allerdings durch äußere Einflüsse gestört, dann gewinnen die Pilze die Oberhand und es treten die typischen Beschwerden auf.

Solche äußeren Einflüsse können z. B. sein:

  • eine Antibiotikatherapie,
  • Veränderungen im Hormonhaushalt, wie z. B. eine Schwangerschaft,
  • Stoffwechselerkrankungen wie z. B. Diabetes mellitus,
  • Übertriebene Hygiene, z. B. das Verwenden aggressiver Intimpflegemittel.

Für das Auge sichtbar wird der Pilz, wenn er sich übermäßig vermehrt hat. Man erkennt ihn dann an den weißlichen Belägen, denen er auch seinen Namen zu verdanken hat (lat. candidus - glänzend, lat. albicans – weißlich).

In vielen Fällen "holt" man sich den Pilz also nicht von außen, sondern er ist schon lange Bestandteil der eigenen Schleimhautbesiedlung. Externe Ansteckungsmöglichkeiten gibt es aber dennoch, z. B. über feuchte Handtücher, in einer ungepflegten Sauna oder über Geschlechtsverkehr, wenn der Partner infiziert ist.

Übrigens...
Nicht nur die Vaginalschleimhaut, auch die Mundschleimhaut und der Darm sind häufig von Hefepilzen besiedelt, auch hier meist ohne irgendwelche Beschwerden zu verursachen

Pilzerkrankung im Genitalbereich – reine Frauensache?

Männer erkranken wesentlich seltener an einer Pilzinfektion im Genitalbereich, weil sich die Hefepilze im feuchten Scheidenmilieu viel wohler fühlen und weit besser vermehren können. Auch wenn der Erreger während des Geschlechtsverkehres auf den Partner übertragen wird, infiziert sich dieser normalerweise nicht. Eine Vorhautverengung kann eine Erkrankung jedoch begünstigen. Anzeichen eines Befalls sind auch beim Mann Rötung und weißliche Beläge.






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