Weitere hormonhaltige Verhütungsmittel
Neben der Pille gibt es noch andere Verhütungsmittel, die Hormone enthalten: Vaginalring, Hormonpflaster, Implantat, Dreimonatsspritze.
Der Vaginalring
Der Vaginalring ist eine Alternative zur Anti-Baby-Pille. Er wird einmal im
Monat von der Frau selbst in die Scheide eingeführt und verbleibt dann
während der folgenden drei Wochen in der Vagina. Dort schützt er
durch eine kontinuierliche Freigabe von
Östrogen und
Gestagen vor einer Schwangerschaft. Nach drei Wochen wird der Ring entfernt und es folgt ein einwöchiges Intervall ohne Ring.
Vorteil:
Sicheres Verhütungsmittel (Pearl-Index 0,4 - 0,64) mit niedrigem Hormongehalt; kein Vergessen der Einnahme möglich, gleichmäßige,
niedrige Hormonspiegel.
Nachteil:
Nebenwirkungsspektrum ähnlich der Kombinationspräparate,
evtl. anfangs Fremdkörpergefühl, zu Hause darf der Vaginalring nicht über 30° C gelagert werden, die Haltbarkeit beträgt dann 4 Monate.
Das Hormonpflaster
Das Hormonpflaster enthält ebenfalls eine
Östrogen-
Gestagen-Kombination.
3 Wochen lang wird einmal pro Woche ein Pflaster aufgeklebt und für jeweils 7 Tage auf der Haut belassen.
In dieser Zeit gibt das Pflaster die Wirkstoffe Östrogen und Gestagen über
die Haut in die Blutbahn ab. Die 4. Woche ist pflasterfrei, und es kommt zur Blutung.
Vorteil:
Sicheres Verhütungsmittel (Pearl-Index 0,72 - 0,90) mit niedrigem Hormongehalt; kein Vergessen der Einnahme möglich, gleichmäßige,
niedrige Hormonspiegel.
Nachteil:
Pflaster sichtbar, evtl. Hautreaktion möglich.
Das Implantat
Eine weitere Möglichkeit zur hormonellen Verhütung bietet das Implantat,
ein kleines Kunststoff-Stäbchen, das in die Haut eingesetzt wird. Meist
geschieht das auf der Innenseite des Oberarms. Das Implantat gibt über eine lange Zeit ein
Gestagen ab, d. h. es wirkt wie die Minipille.

Vorteil:
Sicheres Verhütungsmittel (Pearl-Index 0,08),
Langzeitwirkung
von 3 Jahren, kein Vergessen der Einnahme möglich, gleichmäßige,
niedrige Hormonspiegel.
Nachteil:
Muss von der Ärztin/vom Arzt unter örtlicher Betäubung
eingesetzt und nach der Wirkzeit wieder entfernt werden. Häufig Blutungsunregelmäßigkeiten.
Die Dreimonatsspritze
Die Dreimonatsspritze zählt zu den Hormondepotpräparaten. Durch
diese Präparate wird im Gewebe ein Depot angelegt, aus dem über einen
längeren Zeitraum ein
Gestagen abgegeben wird. Es verfestigt den Zervixschleim,
verhindert den Eisprung und beeinflusst den Aufbau der Gebärmutterschleimhaut.
Wegen ihrer Nebenwirkungen wird die Dreimonatsspritze nur in ganz bestimmten Fällen angewendet, wenn eine sichere Verhütung erforderlich ist und andere Methoden nicht in Frage kommen.

Vorteil:
Sicheres Verhütungsmittel (Pearl-Index 0,3 - 1,4), kein Einnahmefehler möglich.
Nachteil:
Hohe Hormondosis, häufig Blutungsstörungen, bei Nebenwirkungen kann das Präparat nicht innerhalb kurzer Zeit abgesetzt
oder entfernt werden. Nach der Anwendung kann die empfängnisverhütende
Wirkung noch Monate anhalten, und genauso lange kann es dauern, bis sich der
Zyklus wieder normalisiert.
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