Verhütung mit natürlichen Methoden
Die natürlichen Methoden zur Familienplanung beruhen darauf, dass sich während des Zyklus im Körper der Frau Veränderungen beobachten
und mit einiger Erfahrung auch deuten lassen. So können fruchtbare von unfruchtbaren Tagen unterschieden werden.
Zu den natürlichen Verhütungsmethoden zählen Temperaturmethode,
symptothermale Methode und der Zyklus-Computer.
Verhütung mit der Temperaturmethode
Anhand der morgens direkt nach dem Aufwachen immer an derselben Stelle (im
Mund, im After oder in der Scheide) gemessenen Körpertemperatur werden
fruchtbare und unfruchtbare Tage bestimmt: Während der ersten Zyklushälfte
liegt die Temperatur relativ niedrig, d. h. etwa um 36,5 - 36,8° C. In
der Zyklusmitte steigt die Temperatur innerhalb von 48 Stunden nach dem Eisprung
um 0,2 - 0,5° C an.
Der Eisprung war 1 bis 2 Tage vor dem Temperaturanstieg. Der Temperaturanstieg
hält durchschnittlich 12 Tage an. Vom 3. Tag nach dem Temperaturanstieg
bis zur
Menstruation ist
nicht mit einer Empfängnis zu rechnen (falls Geschlechtsverkehr nur in dieser Zeit stattfindet, handelt es sich um die strenge Form der Methode).
Weniger zuverlässig ist die unfruchtbare Phase in der ersten Zyklushälfte
bis sieben Tage vor dem frühesten Temperaturanstieg (Geschlechtsverkehr
auch in dieser Zeit = erweiterte Form).
Vorteil:
Bis auf ein geeignetes Thermometer kein Hilfsmittel erforderlich,
einigermaßen sicher (Pearl Index der strengen Form 0,8, der erweiterten Form 3), gut kombinierbar z. B. mit Barrieremethoden.
Nachteil:
Aufzeichnungen über längeren
Zeitraum erforderlich, Temperaturverläufe müssen aussagekräftig und Zyklen sollten einigermaßen regelmäßig sein, viele Fehlermöglichkeiten bei der Temperaturmessung (fieberhafte
Erkrankungen, unregelmäßiger Lebensrhythmus, Schlafdefizit etc.).
Verhütung mit der symptothermalen Methode
Dieses Verfahren zieht zusätzlich zur Aufwachtemperatur auch noch die Veränderungen des Schleims aus dem Gebärmutterhals (=Zervix-Schleim) heran. Der Schleim während der fruchtbaren Tage ist klar, durchsichtig, flüssig und meist in größeren Mengen vorhanden. An anderen Tagen ist der Schleim dagegen milchig und cremeartig. Der Umschwung ist oft relativ deutlich.
Nach Verschwinden des flüssigen Zervixschleims müssen noch drei höhere Temperaturwerte abgewartet werden, bevor die sicher unfruchtbare Phase erreicht ist.
Vorteile sowie
Nachteile:
Wie Temperaturmethode, Pearl-Index 0,3
Verhütung mit dem Zyklus-Computer
Minicomputer, die bei der natürlichen Familienplanung helfen können, stehen in verschiedenen Ausführungen und Preisklassen zur Verfügung.
Es gibt z. B. Modelle, die die morgendliche Aufwachtemperatur speichern und die Temperaturkurve auch interpretieren können.
Ein anderes Gerät kann zusätzlich die Schleimbeurteilung und das
Ergebnis eines Urintests auf das
luteinisierende Hormon in die Auswertung
einbeziehen. Ein weiteres Gerät arbeitet ohne Temperaturmessung, nur mit
Urinuntersuchungen. Bestimmt wird ein Abbauprodukt des
Estradiols und das luteinisierende
Hormon. Im ersten Anwendungszyklus sind dafür relativ viele Messungen
notwendig, die Ergebnisse speichert der Computer. Die Sicherheit dieser Methode
wird mit 5 % angegeben, d. h. 5 von 100 Frauen, die nur mit dieser Methode
ein Jahr lang verhüten, werden schwanger.
Übrigens: Alle Methoden, die auf der Messung eines Hormons beruhen, sind
für Frauen, die Hormone einnehmen, nicht geeignet. Unsicher sind sie auch
in der Zeit direkt vor den Wechseljahren.
Vorteile sowie
Nachteile:
Die Mini-Computer können die natürliche
Familienplanung zwar komfortabler gestalten, eine sorgfältige Selbstbeobachtung
bleibt aber weiterhin unverzichtbar.
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